Nienover

Innerhalb des Schlosses ist jedoch der Barock und Rokoko unverkennbar - reich verzierte Kamine, Kronleuchter und gusseiserne Ofenplatten und einiges an imposantem Mobiliar, allem voran ein großer Eichentisch im Rittersaal.

Historisches

Majestätisch erhebt sich seit alters her Schloss Nienover über die umliegenden Hügel des Naturparks Hoher Solling. Erbaut Mitte des 12. Jahrhunderts als Adelssitz wurde es nach der völligen Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg ab 1640 als "Berg- und Jagdhaus" des neuen Welfenherzogs aufgebaut.



Das malerische Fachwerkschloss auf den mächtigen Grundmauern schaut zurück auf eine wechselhafte Geschichte mit zahlreichen Umbauten und Besitzern. Eines jedoch zieht sich wie ein roter Faden durch die Zeit - Pferdezucht, im Mittelalter gar die Zucht der edlen Zelter, die Pferde mit den besonderen Gängen, die Pferde für die gehobenen Damen.
Seit dem 19. Jahrhundert wechselten seine Nutzungen und nach einer grundlegenden Renovierung in unserer Zeit (1990-92) diente es als Außenstelle der Forstwirtschaftlichen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen.
Seit 2005 ist es im Besitz von Mireille van Meer und nun schließt sich der Kreis, sehen die alten Mauern doch wieder edle Gangpferde in Schlosshof und Park.
 

Archäologisches

Im Jahr 2000 begannen in unmittelbarer Nähe des Schlosses Grabungsarbeiten der Universität Göttingen die zu der überraschenden Entdeckung führten, dass sich neben der Vorgängerburg aus dem 11. Jahrhundert eine mittelalterliche Stadt befunden hat. Nicht einmal 100 Jahre nach ihrer Gründung, gegen 1270, musste sie wieder aufgegeben werden. Zu diesem Zeitpunkt war die Stadt Nienover größer als das damalige München! Warum die Stadt verschwand bleibt jedoch bislang ein Rätsel. Eine Parzelle mit Kellerfundamenten einer Bäckerei  wurden vom Schlossgestüt Nienover dem Landkreis Northeim zur Verfügung gestellt. Hier erfolgt nun die Rekonstruktion eines mittelalterlichen Hauses.  

Architektonisches

Das Schloss beeindrukt durch seine einmalige Bauweise. Die Dreiflügelanlage umfaßt mit der Kappelle und der Schlossmauer einen romantischen sandsteingepflasterten Innenhof, der nur durch das schwere, eichene Schlosstor erreichbar ist. Das Obergeschoss besteht aus Fachwerk, das Erdgeschoss aus bis zu zwei Meter dicken Natursteinwänden, das Dach ist mit großen Sandsteinplatten gedeckt. Da der kleine Berg, auf dem das Schloss auf den Grundmauern des Vorgängerbaues errichtet wurde, über keine Natürlichen Steilhänge verfügte, wurde das Gebäude zum Schutz vor Feindesangriffen. Zur Talseite hin mit mächtigen Sandsteinfundamenten unterfangen. Diese Sandsteinmauern, durch Stützpfeiler gehalten, sind vier bis fünf Meter hoch, an der Südwestecke sogar bis zu elf Metern hoch. Ebenfalls mittelalterlich dürften der imposante Brunnen (4 Meter breit, 30 Meter tief) und die von französischen Prunkbauten inspirierten Torpfeiler sein, sowie die Fenster- und Türstürze.