Aegidienberger

Gangpferde Made in Germany

In den frühen 1980er Jahren  begann zeitgleich auf Walter Feldmanns Gestüt Aegidienberg und in Birrekoven bei Ingrid Pinnecke-Arenz die Kreuzung von Paso Peruanos und Isländern. Das Ziel war ein Pferd zu kreieren, das die Größe, die Eleganz und den Brio des Peruaners mit der Robustheit, der Kraft und der Ausdauer des Isländers in sich vereinte. Ein großer, leichtrittiger Naturtölter mit taktklarem Tölt in allen Tempi. Gezüchtet wurde und wird nach dem in der Landwirtschaft bekannten und bewährten 5/8-3/8-Schema, wobei die Aegidienberger 5/8 Isländerblut und 3/8 Pasoblut in sich vereinen. Durch die Kreuzung von einem Pasohengst und einer Islandstute (oder umgekehrt, wobei erstere Verteilung die übliche ist) geht zunächst die F1-Generation hervor. Die F1-Generation wird mit einem Isländer rückgekreuzt, es entsteht die R1-Generation. Wenn man nun F1 und R1 miteinander verpaart erhält man den fertigen Aegidienberger, das sogenannte Endprodukt. Diese erst dürfen dann untereinander weitergezüchtet werden.

Die Zeit hat gezeigt, dass man aus erstklassigen Pasos und Isländern auch erstklassige Aegidienberger züchten kann, für die ein bedeutender Markt da ist, so dass Walter Feldmanns Vision 1994 von der FN als Rasse anerkannt wurde. Seitdem haben die Aegidienberger ihre Vielseitigkeit bei vielen Turnieren und auf Distanzritten bewiesen. Da sie das Erbe zweier so verschiedener Rassen in sich vereinen, sind sie sowohl in Sport- wie in Naturtöltprüfungen erfolgreich.
Doch nicht nur im Sport findet man Aegidienberger. Die große Masse dieser Pferde hat ihre Anhängerschaft im Lager der Freizeitreiter. Durch ihre Kooperativität, ihre Gesundheit und Widerstandskraft, durch ihren guten Tölt über lange Strecken und ihren angenehmen Charakter haben sie Freunde gefunden längst über die Grenzen Deutschlands hinaus. Heute gibt es europaweit ca. 600 Pferde dieser Rasse.