Presse 

Zuverlässig, groß und cool

(Erfahrungsbericht aus der "freizeit im sattel" März 3/2008)

Auf meinem Gangpferdegestüt züchte ich Islandpferde, Peruanische Pasos, Aegidienberger und Mangalarga Marchadores. Mein Ziel ist es, Gangpferde bekannter zu machen, und ihnen in der Pferdewelt den Stellenwert einzuräumen, den sie meiner Meinung nach verdienen: einen gleichberechtigten neben den Dreigängern und weg vom exotischen Schönheitswert.

Dabei habe ich mich ganz bewusst auch für die MM entschieden: Denn für viele Freizeitreiter, die ein großes, unkompliziertes Gangpferde suchen, sind sie ideale Partner. Sie zeigen Leistungsbereitschaft ohne nervös oder allzu sensibel zu sein, und eignen sich deshalb auch für durchschnittliche Reiter.

In Brasilien legt man keinen Wert auf spektakuläre Vorhandbewegung, sondern auf Raumgriff und weite Gänge, die viel Boden gut machen. Wen wundert es, dass die MMs erfolgreich sind im Distanzsport? Ihre Coolness und natürliche Ausdauer machen sie zum idealen Langstreckenpferd.

Die Verwandtschaft zu ihren portugiesischen Urahnen ist deutlich erkennbar: Mit ihrem kompakten Exterieur und dem Behang entsprechen sie dem iberischen Pferdetyp. Mich haben die Mangalarga Marchadores mit ihrem zuverlässigen Charakter und den ausdauernden, bequemen Gängen als Freizeitkameraden überzeugt.

Mireille van Meer

Der Mangalarga Marchador-Hengst Page PFG stammt aus Brasilien und war dort mehrfacher Distanzsieger. Heute ist der Dunkelfalbe 21 Jahre alt und hat eine große Nachzucht auf dem Schlossgestüt Nienover hervorgebracht. Er zeigt sowohl die Marcha Batida als auch die Marcha Picada, die er an seine Nachkommen vererbt.

Ein Pferdesommer im hohen Norden Vreni Hamann

(Auszug aus IPZV Niederbayern Vereinszeitschrift Edda)

Schemenhaft kann ich die Umrisse des Schlosses im Nebel erahnen, aber die ersten Sonnenstrahlen lassen sich schon zwischen den hohen Bäumen erkennen. Bald wird der Nebel dem blauen, wolkenlosen Himmel weichen und den Blick auf das mehrere Jahrhunderte alte, prachtvolle Gebäude und den Springbrunnen im Park freigeben. Auf beiden Seiten des Weges ragen Pferdeköpfe über den Zaun, freudig brummelnd oder ungeduldig scharrend, noch halb verschlafen, aber doch schon wach genug, um mich zu begrüßen. Aber mir bleibt nicht lange Zeit, die märchenhafte Umgebung zu genießen, die Ponies haben Hunger. Und schon bald ist es so weit: Viele weiche, samtige Nasen durchwühlen zufrieden das Heu und suchen sich die besten Halme heraus.

Ein Traum? Nein, wunderbarer Alltag. Es ist früher Morgen und ich befinde mich im südlichen Niedersachsen auf Schloss Nienover. Über sechzig Gangpferde tummeln sich auf diesem Gestüt, teilweise in den Offenställen innerhalb der Schlossmauern, teilweise auf den weitläufigen Koppeln rund um den Hof und im nahen Reiherbachtal. Vier Rassen werden hier von der Holländerin Mireille van Meer gezüchtet: Paso Peruanos, Mangalarga Marchadores, Aegidienberger und Islandpferde.

Sowohl die Pferde als auch wir Menschen sind jetzt fertig mit dem Frühstück und unser Tagwerk beginnt. Die Pferdewirtin Alex und ich verbringen unsere ganze Zeit in der Nähe der Pferde. Misten, Heu holen und Koppelkontrolle gehören genauso zu unseren Aufgaben wie die Fohlenarbeit, die natürlich besonders viel Spaß macht. Der Nachwuchs wird möglichst bald an Halfter, Strick und Hufegeben gewöhnt und auch erste Führübungen gehören zum Programm. Manche lernen schnell, andere brauchen länger, aber alle fassen letztendlich Vertrauen zum Menschen und werden so auf ihr Leben als Reitpferde vorbereitet.

Zusammen mit der Trainerin Claudia verbringe ich dann meinen Nachmittag zwischen Reitplatz und Gelände, Roundpen und Ovalbahn. Die erwachsenen Pferde wollen beschäftigt werden und arbeiten, die jungen machen die ersten Schritte unter dem Sattel. Die vielen verschiedenen Ponies fordern uns Reiter, denn jeder Vierbeiner verlangt eine individuelle Trainingseinheit. Entspannung, Trittsicherheit und Ausdauer sind deshalb genauso wichtig wie dressurmäßige Gymnastizierung und taktklare, bequeme oder auch beeindruckend spektakuläre Gänge. Zwischendurch gibt Claudia Unterricht für Gäste, die im Schloss einen stimmungsvollen Urlaub genießen.

Das Leben hier ist eine wahrhaft gelungene Mischung aus Abwechslung und Routine. Ob sich Pferde und Reiterinnen für die Internationalen Deutschen Meisterschaften der Gangpferde vorbereiten oder ob ein neues Pferd in die Herde eingegliedert werden soll; ob die Jungstuten auf eine neue Koppel gebracht werden oder ob unser kleiner Isbjörn mit den besten Noten aller Kandidaten von der Fohlenbeurteilung in Ellenbach zurückkehrt: Irgendetwas ist ständig los, langweilig wird es uns so schnell nicht. Aber mir bleibt immer genügend Zeit, innezuhalten und zu genießen, die Seele baumeln zu lassen und Spaß zu haben.

Später wird wieder gefüttert, für die Pferde natürlich der Höhepunkt des Tages. Abends geht es für uns Menschen dann ein bisschen lockerer zu. Alex kümmert sich um ihr eigenes Pferd, ich verbringe die Zeit mit meinem Lieblingspferdchen Blávör, danach fahren wir noch zu den Jungstuten. Bevor die Sonne untergeht, genieße ich noch den Blick aus dem Fenster: Zwei Isländer kraulen sich gegenseitig die Mähne, ein Wallach schaut durch die Scheibe zu uns Zweibeinern herein, eine kleine Fuchsstute angelt nach den letzten Grashalmen unter dem Zaun... Ich schließe das Fenster und lehne mich in meinem Korbstuhl zurück in der angenehmen Gewissheit, dass es den Pferden gut geht und dass morgen wieder ein genauso wunderbarer Tag wird wie heute.


Auszug von Maria Siepe-Gunkels Bericht über die Hess. Fohlenreise 2009

 

Danach ging es durch den Reinhardswald über die Weser weiter nach Schloß Nienover in Südniedersachsen. Wir haben seit diesem Jahr nämlich die Hessische Fohlenreise nach Südniedersachsen ausgeweitet, da Mireille van Meer, die Besitzerin dieser wunderschönen Anlage Mitglied, im Hessischen Zuchtverband ist. 9 Fohlen (7 Hengst- und 2- Stutfohlen) warteten hier auf ihre Beurteilung, und wir bekamen außerordentlich qualitätsvolle Pferdekinder zu sehen:

Kjoi von Schloß Nienover war der unangefochtene Sieger auf dem Platz mit einer Gesamtpunktzahl von 8,26 (Interieur und Typ 8,3; Exterieur 8,1 und Gang 8,3. Genau wie auf der Fohlenreise 2007 begeisterte auch dieser Sohn des Fáni frá Hafssteinsstödum aus der Tinna frá Nedra- Vatnshorn den Richter Alex Conrad und alle Anwesenden.

 

Wir erlebten hier ein ganz außergewöhnliches Fohlen mit einer fantastischen Präsenz, hoch aufgerichtet in allen Gängen präsentierte es sich selbstbewusst und unerschrocken mit feinen Reaktionen bei großen Bewegungen in allen Gängen.

 

Dasselbe gelang im Jahr 2007 seinem Vollbruder Isbjörn von Schloß Nienover, dem Siegerfohlens 2007 mit exakt derselben Punktzahl. Auch Kjoi gefiel dem Richter Alex Conrad genauso gut wie damals Isbjörn der Richterin Marlise Grimm. Kjoi von Schloß Nienover erreichte 2009 exakt dieselbe Gesamtpunktzahl von 8,26 (Interieur und Typ 8,3; Exterieur 8,1 und Gang 8,3) wie im Jahr 2007 sein Bruder Isbjörn. Isbjörn war das am höchsten bewertete Fohlen der gesamten Tour mit genau derselben Endpunktzahl von 8,26: Isbjörn erhielt 2007 genau wie Kjoi 2009 8,30 für das Interieur, 8,10 für das Exterieur und 8,30 für die Gangveranlagung und genau wie Refur von der Igelsburg.

 

Das 2. Elitefohlen auf Schloß Nienover war Kjarval von Schloß Nienover, ein Sohn des Sjoli frá Dalbae aus der Hnota frá Skammbeinsstödum. Kjarval erhielt eine Gesamtpunktzahl von 8,12 (Interieur und Typ 8,1; Exterieur 8,2 und Gang 8,1). Das beste Stutfohlen war Jóna vom Büskerhook mit 7,80. Jona ist eine Tochter von Laxness vom Störtal aus der Gletta von Ellenbach, sie wurde gezüchtet und vorgestellt von Dörte Mitgau

Kunden schreiben über uns:


"Ein wunderbares Wochenende, geballt voller Theorie und Praxis zum Tölt. Wir haben mit viel Spaß auf sehr gut gerittenen Pferden und mit bestem Unterricht den Tölt kennenlernen dürfen.
Wir haben ein traumhaftes Wochenende in reizvoller Umgebung mit perfektem Service verbracht und haben auf sehr gut ausgebildeten Pferden den Tölt erspüren dürfen. Besonders interessant war, dass wir so viele verschiedene Pferde der unterschiedlichsten Töltrassen ausprobieren durften.  Perfekte Betreuung von der Ankunft bis zur Abreise, mit sehr guter Küche und bestem Unterricht.
Besonders gut hat uns die familiäre Atmosphäre des Wochenendes gefall
en."

Karin Grau, Oktober 2008


Der Sieger der Hessischen Fohlenreise: Isbjörn vom Schloss Nienover

 30.09.2007 , Maria Siepe-Gunkel.
Hessische Fohlenreise 2007
 
Sie betraten die Bahn völlig verschieden: Manche ganz keck, Andere eher schüchtern, zum Teil selbstbewusst und schon recht unabhängig von der Mutter oder noch ängstlich sich nach dem mütterlichen Schutz orientierend.
So unterschiedlich und vielfältig präsentierten sich die Hessischen Islandfohlen anlässlich der Besichtigungstour vom 6.-9. September 2007 der Richterin Marlise Grimm und dem gesamten Team. (...)

Über 155 Fohlen wurden anlässlich der Fohlenreise 2007 geprüft. Waren es sonst in den Jahren zuvor schon erfreulich viele geprüfte Islandfohlen in Hessen, so wurde die Anzahl in diesem Jahr weiter gesteigert.
25 Stuten und 2 Hengste legten eine Basisprüfung ab. Hierbei zeigte sich bei den Jungpferden, die schon als Fohlen geprüft worden waren, dass nahezu ähnliche Noten wiedergefunden wurden. Auf weitere Ergebnisse bei der gerittenen Materialprüfung dürfen wir dann gespannt sein.(...)

Das beste Stutfohlen in Ellenbach war Kára von Ellenbach mit einer Gesamtnote von 8,08. Die Überraschung des Tages jedoch war das Hengstfohlen Isbjörn von Schloß Nienover aus der Zucht von Mireille van Meer. Mit einer Endpunktzahl von 8,26 war es das am höchsten bewertete Fohlen der gesamten Tour. Isbjörn erhielt 8,30 für das Interieur, 8,10 für das Exterieur und 8,30 für die Gangveranlagung.

Wir erlebten ein ganz außergewöhnliches Fohlen mit einer fantastischen Präsenz, hoch aufgerichtet in allen Gängen präsentierte es sich selbstbewusst und unerschrocken mit feinen Reaktionen bei großen Bewegungen in allen Gängen der begeisterten Richterin und den faszinierten Zuschauern. Es gab stehende Ovationen für dieses tolle Fohlen.

Einziger Nachteil: Schloß Nienover liegt in Niedersachsen. Kurzfristig wurde darüber nachgedacht, die Landesgrenze in ihrem Verlauf zu ändern oder aus Nienover eine Hessische Enklave zu machen: aber es war auf die Schnelle keine Grenzänderung möglich, die Ämter sind Sonntags leider geschlossen.

Damit bleibt es wie es ist: das beste Hessische Fohlen und damit Gewinner des Hessischen Fohlenchampionats 2007 ist Stjarna vom Schlossberg, eine Tochter des Hlynur frá Kjarnholtum I aus der Stilling frá Svertingsstödum, gezüchtet und im Besitz von Günther Weber.

Das beste Fohlen der Hessischen Fohlenreise ist der in Niedersachsen gezogene EIsbjörn von Schloß Nienover von Fáni frá Hafsteinsstöðum aus der Tinna frá Nedra-Vatnshorn.

Herzlichen Glückwunsch den erfolgreichen Züchtern!